Bericht: 1. Mai – Nazifrei

Der 1.Mai ist traditionell ein Tag der Arbeiter_innenbewegung. Doch Nazis versuchen schon seit Jahren den Tag für sich zu beanspruchen, da der 1. Mai während der Zeit des Nationalsozialismus als regulärer Feiertag eingeführt wurde. So auch dieses Jahr nicht nur in Ulm, Hannover oder Mainz, sondern auch in Berlin Köpenick. Dagegen formierte sich ein breiter Widerstand von SPD bis DKP, von Zivilbürgerlichen bis Antifa. Der Demonstrationszug zählte bis zu 3 000 Menschen, mit darunter auch Politiker von SPD und DIE LINKE. So waren zum Beispiel Petra Pau (Bundestagsvizepräsidentin) und Gregor Gysi (Direktkandidat für Treptow-Köpenick bei der Bundestagswahl) von der Partei DIE LINKE. anwesend.

Schon die Anreise zur Demonstration wurde zu einem Erlebnis, als der S-Bahnzugverkehr für etwa eine Stunde ausgesetzt werden musste, da zum einen der S-Bahnhof Köpenick von mehreren hundert Leuten blockiert wurde und zum anderen an den Gleisen zwischen Karlshorst und Wuhlheide eine Baracke brannte. Der Polizeieinsatz gegen die Blockierer_innen wurde von vielen Seiten als zu hart und nicht deeskalierend kritisiert – selbige lobte sich natürlich im Anschluss selbst dafür, dass es überwiegend ruhig geblieben sei.

Nachdem man über Ausweichrouten doch noch von Karlshorst nach Köpenick kam (zu Fuß oder mit der Straßenbahn), ging es letztendlich relativ ruhig weiter. Immerwieder verliefen sich Neonazis in die Nähe des Demonstrationszugs, was natürlich nur in den seltensten Fällen unbemerkt blieb.

Während des Demonstrationszugs ereigneten sich am Rande der Strecke immer wieder kleinere Vorfälle. So entschied sich ein Anwohner dazu von seinem Balkon aus den Hitlergruß zu zeigen, was augenblicklich mit Steinwürfen quittiert wurde. Nach einigen Minuten zog die Polizei den Anwohner in seine Wohnung zurück und positionierte sich vor dem Hauseingang.

Nach dem Demonstrationszug fand noch eine Abschlusskundgebung statt, allerdings begab sich der größte Teil der Demonstrant_innen recht schnell wieder auf dem Weg nach Hause oder zu einer der anderen Demos.

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1 Antwort auf “Bericht: 1. Mai – Nazifrei”


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