Archiv der Kategorie 'Berichte'

Polizei prügelt Weg für Neonazis frei

Berlin-Lichtenberg, 6.12.2008 –

Seit 12 Uhr waren Neonazis der Freien Kräfte, der NPD und der JN dabei, in einem Aufmarsch, der lange vorher auch in Pankow beworben wurde (siehe Chronik), für ein „Nationales Jugendzentrum“ zu demonstrieren. Von Seiten der Zivilbevölkerung und antifaschistischer Gruppen wurden Gegendemonstrationen organisiert. Selbige wurden aber von der Polizei verboten oder nur zeitlich oder örtlich versetzt erlaubt. Diese Entscheidung hielt aber dennoch 2 500 Menschen nicht davon ab, alles zu versuchen, um diesen Aufmarsch zu stoppen.

Im Laufe des gesamten Aufmarsches gelang es Antifaschist_innen und bürgerlichen Gegendemonstrant_innen die Route zweimal zu blockieren.
Den Höhepunkt des Tages beanspruchte allerdings dennoch die Polizei für sich, als sie im äußersten Maße aggressiv und mit allen Mitteln die Blockaden auflöste. Dabei setzte sie das erste Mal seit einigen Jahren in Berlin wieder Wasserwerfer ein.
Es nahm nahezu Züge einer Straßenschlacht an, als Neonazis und Gegendemonstrant_innen nur noch durch eine Polizeikette voneinander getrennt wurden. Beide Parteien bewarfen sich gegenseitig mit allem was nicht niet und nagelfest war.

Laut Polizeiangaben wurden insgesamt 86 Menschen festgenommen, wobei hier die Anzahl der Gegendemonstrant_innen mit 80 Personen weitaus höher war, als die der Neonazis. Selbige wurden unterschiedlichen Angaben zufolge wegen Singens verfassungsfeindlicher Lieder, Vermummung und Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole verhaftet – hätte da die Polizei nicht eingreifen und die Demonstration auflösen müssen? Spätestens da äußerte sich die wahre Einstellung der Faschisten – nämlich Führerkult, Nationalismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit!

Wir verurteilen dieses Vorgehen der Polizei gegen die Gegendemonstrant_innen! Ziviler Ungehorsam und die Behinderung von demokratischen Methoden, welche von antidemokratischen Menschen (Neonazis) für sich missbraucht werden, sollten nicht durch polizeiliche Willkür und Einsatz von Gewalt unterdrückt werden!

In diesem Sinne:

Nie wieder Rassismus – Nie wieder Auschwitz – Nie wieder 1933!

Linksjugend [’solid] Pankow

Video zu den Polizeieinsätzen und der Neonazidemo auf Spiegel TV

Antifa Berichte Linksjugend [solid] lokal Rechtsextremismus Repression

1000 Menschen bei Antifa Demo in Pankow.


Über 1000 AntifaschistInnen sind am Samstag nachmittag (15.11.) unter dem Motto „Kein Kiez für Nazis. Wer wegschaut stimmt zu“ durch Berlin-Pankow gezogen. Aufgerufen hatte ein breites antifaschistisches Bündnis. Die kraftvolle Manifestation, die mit umfangreicher internationaler Beteiligung stattfand, war Bestandteil des „siempre antifascista“-Wochenende, in dessen Rahmen an die von Neonazis ermordeten Menschen in Europa erinnert wurde. Zum Aktionswochenende gehört auch ein zweitägiges Festival und eine Konferenz am Freitag im Haus der Demokratie und Menschenrechte, bei der VertreterInnen antifaschistischer Gruppen vorwiegend aus Osteuropa den rund 300 KonferenzteilnehmerInnen über die Situation in ihren Ländern berichteten.

Die Demonstration zog am Nachmittag vom Garbátyplatz im Pankower Zentrum in den Ortsteil Niederschönhausen. Auf dem Weg dorthin solidarisierten sich die TeilnehmerInnen mit alternativen Pankower Jugendeinrichtungen, wie dem Unabhängigen Jugendzentrum Pankow (JUP e.V.) und dem Kurt-Lade-Klub, die wegen ihres Engagements gegen Rechts im Fokus der Pankower Naziszene stehen und mehrfach angegriffen wurden. 70 Jahre nach den Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung war es den AntifaschistInnen ebenso ein Anliegen, gegen den auch in der Gegenwart tief verwurzelten Antisemitismus Stellung zu beziehen. In Niederschönhausen verwiesen Redner auf den Charakter des Ortsteils als Aktions- und Rückzugsraum für gewaltbereitete Neonazis. Beendet wurde die Veranstaltung 18 Uhr am S-Bhf. Heinersdorf. Der rassistisch gefärbte Konflikt um die Moschee war hier ebenfalls ein Thema.

Michaela Trutschke vom Demobündnis erklärte im Anschluß: „Es ist ein erfreuliches Zeichen, dass sich so viele Menschen uns angeschlossen haben. Dennoch kann dies nur ein Bestandteil kontinuierlicher, antifaschistischer Arbeit sein, in dem sich Rechtskonservative wie Moscheegegner in Heinersdorf und Nazischläger aus Niederschönhausen noch viel zu sicher fühlen können.“

Die Polizei war am Samstag mit mehreren Hundertschaften des 2. Bereitschaftszuges im Einsatz. Bereits am Startpunkt nahm sie rund 20 AntifaschistInnen mit fadenscheiniger Begründung vorrübergehend fest. Zudem befanden sich die DemonstrantInnen über den gesamten Zeitraum in einem Wanderkessel der Polizei. Michaela Trutschke kritisiert die Polizei für ihre Strategie: „Menschen, die sich gegen Neonazis auflehnen werden kriminalisiert und schikaniert. Antifaschismus ist aber notwendig und nicht kriminell!“. Im Vorfeld der Demo griffen Neonazis anreisende TeilnehmerInnen an, unter anderem Am Steinberg in Weißensee und auf dem Hauptbahnhof.

Die Linksjugend [’solid] Pankow sowie weitere Linksjugend [’solid] Ortsgruppen aus Berlin hatten sich ebenfalls mit Fahnen und Transparenten an der Demonstration beteiligt.

Fotostrecke: http://de.indymedia.org/2008/11/232922.shtml
Demobericht: http://de.indymedia.org/2008/11/232887.shtml
RBB Abendschau: RBB

(Bildquelle: Björn Kietzmann, http://www.flickr.com/photos/kietzmann)

Start der Demo am GarbatyplatzEin breites Bündnis war präsentNicht zu übersehen! Das massive PolizeiaufgebotCall your local Antifa!

Antifa Berichte Linksjugend [solid] lokal Rechtsextremismus

Jüdisches Mahnmal geschändet

Schöneiche Am gestrigen Donnerstag hielten ca. 150 Bürgerinnen und Bürger eine Mahnwache am jüdischen Mahnmal in Schöneiche ab. Trotz einer kurzen Mobilisierungszeit von nur einem Tag ist es erfreulich, dass so viele Menschen den Weg dorthin gefunden hatten, ihre Solidarität zeigten und Kerzen vor dem Mahnmal entzündeten. Dieses wurde am Tag zuvor massiv beschädigt. Die Täter_innen entwendeten den dort angebrachten Davidsstern sowie einzelne Buchstaben um eine Entfremdung des Textes zu provozieren (siehe Foto). Hierbei handelte es sich um eine eindeutig antisemitsche Tat, welche bereits die dritte Störung von Neonazis in Schöneiche innerhalb kürzester Zeit war. Die Möglichkeit, das der oder die Täter_innen es eventuell nur auf das Metall abgesehen hatten, wie von der Polizei kolportiert, lässt sich eindeutig ausschließen, da die „Beute“ äußerst gering sein dürfte.„Es ist nicht hinnehmbar, dass fast genau 70 Jahren nach der Reichspogromnacht jüdische Feste gestört und Denkmäler geschändet werden. Wir rufen alle Antifaschist_Innen und Demokrat_Innen auf, sich zu beteiligen und ein Zeichen gegen Antisemitismus und Nazis zu setzen.“ Hingewiesen ist an dieser Stelle auf die Demonstration der Antifaschistischen Initiative Moabit, am 9.November 2008 ab 14 Uhr am Mahnmal Levetzowstraße.

Teilweise entfernte Inschrift

Antifa Antisemitismus Berichte Rechtsextremismus



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